Schnarchen entsteht, wenn im Schlaf die Muskulatur erschlafft, der Unterkiefer zurücksinkt und die Zunge den Rachen verengt. Das Gewebe flattert im Luftstrom, das Geräusch kennen Sie. Für die Betroffenen selbst ist es oft nur lästig, für Partner eine Belastung. Ernst wird es, wenn sich die Atemwege zeitweise ganz verschließen: Dann spricht man von Schlafapnoe. Die Atemaussetzer stören den Schlaf, führen zu Tagesmüdigkeit und belasten auf Dauer Herz und Kreislauf.
Eine Schnarchschiene, genauer: eine Unterkieferprotrusionsschiene, hält den Unterkiefer im Schlaf leicht nach vorn. Dadurch bleibt der Rachen weiter, die Atemwege bleiben offen, das Schnarchen wird deutlich leiser oder verschwindet. Bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe ist die Schiene eine anerkannte Behandlung und für viele Patienten angenehmer als eine Atemmaske.
Für wen die Schiene infrage kommt
- Menschen, die schnarchen, ohne dass eine Schlafapnoe vorliegt
- Patienten mit leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe, bei denen der Schlafmediziner eine Schiene empfiehlt
- Patienten, die eine Atemmaske (CPAP) nicht vertragen oder nicht dauerhaft nutzen
Voraussetzung sind ausreichend eigene Zähne oder fester Zahnersatz, an denen die Schiene Halt findet, gesunde Kiefergelenke und ein gesundes Zahnfleisch. Bei Verdacht auf Schlafapnoe, Atemaussetzer, starke Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen, sollte vor der Schiene eine schlafmedizinische Untersuchung erfolgen. Wir arbeiten dafür mit Ärzten zusammen und fertigen die Schiene nach deren Diagnose.
So läuft die Versorgung ab
- Gespräch und Untersuchung
Wir besprechen Ihre Beschwerden, fragen nach Vorbefunden und untersuchen Zähne, Zahnfleisch und Kiefergelenke.
- Digitaler Scan
Der Intraoralscanner erfasst beide Kiefer, außerdem bestimmen wir, wie weit der Unterkiefer nach vorn gehalten werden soll.
- Fertigung
Die Schiene entsteht im CAD/CAM-Verfahren in unserem Labor, zwei passgenaue Schienen für Ober- und Unterkiefer, die miteinander verbunden sind und den Unterkiefer in der geplanten Position halten.
- Eingliederung und Eingewöhnung
Wir passen die Schiene an und erklären, wie Sie sie einsetzen und pflegen. Die ersten Nächte sind ungewohnt; nach ein bis zwei Wochen tragen die meisten Patienten sie ohne Probleme.
- Kontrolle
Nach einigen Wochen prüfen wir Sitz und Wirkung und stellen die Vorverlagerung bei Bedarf nach. Bei Schlafapnoe kontrolliert der Schlafmediziner die Wirkung.
Vorteile und Grenzen
Die Schiene ist klein, leise, ohne Strom und Schlauch und passt in jede Reisetasche. Sie wirkt bei den meisten Schnarchern deutlich und ist bei leichter bis mittlerer Schlafapnoe wissenschaftlich anerkannt. Bei schwerer Schlafapnoe bleibt die Atemmaske die wirksamere Behandlung. Zu Beginn kann es zu vermehrtem Speichelfluss, Muskelkater im Kiefer oder einem veränderten Bissgefühl am Morgen kommen; das legt sich meist. Bei langfristigem Tragen kontrollieren wir regelmäßig, ob sich die Zahnstellung verändert.
Kosten und Krankenkasse
Bei einer diagnostizierten Schlafapnoe kann die Unterkieferprotrusionsschiene eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse sein, Voraussetzung ist eine schlafmedizinische Verordnung, wenn eine Atemmaske nicht möglich ist oder nicht vertragen wird. Bei reinem Schnarchen ohne Apnoe ist die Schiene eine Privatleistung. Wir sagen Ihnen vorab, welcher Fall bei Ihnen vorliegt und was auf Sie zukommt.
Häufige Fragen zur Schnarchschiene
Kann ich mit der Schiene normal atmen und sprechen?
Atmen ja, auch durch den Mund. Sprechen ist eingeschränkt möglich, aber die Schiene ist ohnehin zum Schlafen gedacht.
Hilft die Schiene jedem, der schnarcht?
Den meisten, aber nicht allen. Schnarchen, das aus der Nase kommt, wird durch die Schiene nicht besser. Deshalb untersuchen wir vorher, wo das Geräusch entsteht.
Wie lange hält die Schiene?
Bei guter Pflege mehrere Jahre. Wir prüfen sie bei den Kontrollen und erneuern sie, wenn sie abgenutzt ist.