Wenn viele Zähne fehlen oder nicht mehr zu retten sind, war der übliche Weg lange Zeit mühsam: Zähne entfernen, Monate mit einer Übergangsprothese überbrücken, Implantate setzen, wieder warten, dann endlich der feste Zahnersatz. Für viele Menschen ist genau diese Zeit ohne feste Zähne der Grund, die Behandlung immer weiter aufzuschieben.
„Feste Zähne an einem Tag“ verkürzt diesen Weg an der entscheidenden Stelle. Nach sorgfältiger Planung setzen wir die Implantate und befestigen noch am selben Tag eine festsitzende provisorische Brücke darauf. Sie verlassen die Praxis mit Zähnen, mit denen Sie sprechen, lächeln und vorsichtig essen können, ohne herausnehmbare Prothese und ohne sichtbare Lücke.
Wichtig ist uns dabei eine ehrliche Einordnung: Das Provisorium ist der erste Schritt, nicht das Ende der Behandlung. Und das Konzept eignet sich nicht für jeden.
Was Sie am Behandlungstag bekommen: Und was danach folgt
Am Behandlungstag: Falls nötig, entfernen wir nicht erhaltungsfähige Zähne. Dann setzen wir die geplanten Implantate und befestigen darauf ein festsitzendes Provisorium, eine Brücke, die Sie nicht herausnehmen können und die von außen wie eine Zahnreihe aussieht. Der Tag beginnt mit dem Eingriff und endet mit der Anpassung des Provisoriums. Sie gehen mit festen Zähnen nach Hause.
In den 3 Monaten danach: Die Implantate heilen ein und verwachsen mit dem Knochen. In dieser Zeit tragen Sie das Provisorium, essen weich und kommen zu Kontrollen. Ist die Einheilung abgeschlossen, fertigt unser Zahnlabor die endgültige Versorgung, die dem Biss, der Sprache und der Ästhetik den letzten Schliff gibt. Erst dann ist die Behandlung beendet.
Für wen das Konzept infrage kommt
Feste Zähne an einem Tag sind vor allem eine Lösung für Menschen,
- deren Kiefer zahnlos ist oder deren verbleibende Zähne nicht mehr erhalten werden können,
- die eine Vollprothese tragen, die nicht mehr hält oder beim Essen und Sprechen stört,
- die sich einen festen Zahnersatz wünschen und die Zeit ohne Zähne vermeiden möchten.
Ob es bei Ihnen funktioniert, entscheidet vor allem der Kieferknochen. Die Implantate müssen so fest im Knochen sitzen, dass sie das Provisorium vom ersten Tag an tragen können. Diese Festigkeit, Fachleute sprechen von Primärstabilität, prüfen wir in der Planung am 3D-Röntgenbild und beim Eingriff selbst. Reicht sie nicht aus, setzen wir das Provisorium nicht sofort ein, sondern lassen die Implantate zunächst in Ruhe einheilen. Das ist keine Ausnahme, sondern eine Sicherheitsregel, die wir Ihnen vorher erklären.
Weitere Voraussetzungen sind ein gesunder Allgemeinzustand, ein gut eingestellter Diabetes, falls vorhanden, und die Bereitschaft, während der Einheilung nicht zu rauchen. Fehlt Knochen, ist ein Knochenaufbau manchmal trotzdem nötig.
So läuft die Behandlung ab
- Erstgespräch und Untersuchung
Wir besprechen Ihre Situation und Ihre Wünsche und untersuchen Zähne, Zahnfleisch und Kiefer.
- 3D-Röntgen und digitale Planung
Am dreidimensionalen Bild planen wir Zahl, Position und Neigung der Implantate so, dass sie das Provisorium sicher tragen. Ein digitaler Scan liefert die Grundlage für den Zahnersatz.
- Vorbereitung im Zahnlabor
Unser Labor bereitet das Provisorium vor dem Eingriff vor, damit es am Behandlungstag nur noch angepasst werden muss.
- Kostenplan und Entscheidung
Sie erhalten einen schriftlichen Heil- und Kostenplan über die gesamte Behandlung, Eingriff, Provisorium und endgültige Versorgung. Erst wenn alle Fragen geklärt sind, legen wir den Termin fest.
- Behandlungstag
Entfernung nicht erhaltungsfähiger Zähne, Setzen der Implantate, Anpassen und Befestigen des Provisoriums, alles in unserer Praxis, unter örtlicher Betäubung. Sie bekommen ein Merkblatt und einen Kühlbeutel mit; am nächsten Tag rufen wir Sie an.
- Einheilung und Kontrollen
Über mehrere Monate heilen die Implantate ein. Sie kommen regelmäßig zur Kontrolle.
- Endgültige Versorgung
Nach der Einheilung fertigt unser Labor die endgültige Brücke, die wir mit Ihnen in Form und Farbe abstimmen.
Die Rolle unseres eigenen Zahnlabors
Bei diesem Konzept zählt der Behandlungstag, und an diesem Tag ist es ein Vorteil, wenn Zahntechniker und Zahnarzt unter einem Dach arbeiten. Das Provisorium kann direkt im Haus angepasst werden, ohne dass Sie warten, bis ein externes Labor liefert. Auch bei der endgültigen Versorgung profitieren Sie davon: Farbe und Form stimmen wir gemeinsam mit dem Zahntechniker ab, der Ihre Situation von Anfang an kennt.
Was das Konzept nicht ist
Ein paar Dinge sagen wir lieber vorher als hinterher:
- Es ist nicht die gesamte Behandlung an einem Tag. Am Behandlungstag entstehen die Implantate und das Provisorium. Die endgültigen Zähne folgen 3 Monate nach der Einheilung.
- Es ist nicht für jeden geeignet. Die Knochensituation entscheidet. Manchmal ist die klassische Reihenfolge mit Einheilphase sicherer.
- Es ist nicht ohne Einschränkungen. In der Einheilzeit ist weiche Kost angesagt, und das Provisorium ist bewusst nicht so belastbar wie die endgültige Brücke.
- Es ist nicht schmerzfrei. Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt; in den Tagen danach sind Schwellung und Wundschmerz normal und gut behandelbar.
- Es ersetzt keinen Knochenaufbau, wenn dieser nötig ist. Durch geschickte Positionierung der Implantate lässt sich ein Aufbau oft vermeiden, aber nicht immer.
Risiken
Wie bei jeder Implantation gibt es Risiken: Wundinfektion, Nachblutung, Schwellung, in seltenen Fällen der Verlust eines Implantats, das nicht einheilt. Bei einer Sofortversorgung kommt hinzu, dass die Implantate früh belastet werden, deshalb ist die Planung so wichtig und deshalb halten wir uns strikt an die Voraussetzungen. Sollte ein Implantat nicht einheilen, wird es entfernt; das Provisorium kann in vielen Fällen auf den übrigen Implantaten weitergetragen werden, bis ein Ersatzimplantat gesetzt ist.
Kosten
Eine festsitzende Versorgung eines ganzen Kiefers ist eine umfangreiche Behandlung, und die Kosten hängen von der Zahl der Implantate, dem Aufwand am Behandlungstag und der endgültigen Versorgung ab. Deshalb nennen wir keinen Paketpreis, sondern erstellen nach der Planung einen Heil- und Kostenplan über die gesamte Behandlung. Gesetzlich Versicherte erhalten den Festzuschuss, der zu ihrem Befund gehört, bei einem zahnlosen Kiefer den Zuschuss für die Vollprothese; den Rest tragen Sie selbst. Eine Ratenzahlung ist möglich, sprechen Sie uns darauf an, bevor Sie sich entscheiden.
Für Angstpatienten
Wer sich jahrelang nicht zum Zahnarzt getraut hat und nun vor einem größeren Eingriff steht, braucht mehr als eine gute Planung. Deshalb führen wir Sie Schritt für Schritt durch die Vorbereitung: Sie sehen am 3D-Bild, was passiert, Sie können auf Wunsch den Zahntechniker kennenlernen, der Ihre Zähne fertigt, und Sie wissen am Behandlungstag, was Sie erwartet. Für manche ist es eine Erleichterung, dass weniger Behandlungstermine nötig sind und kein Tag ohne Zähne bleibt. Ob dieser Weg für Sie der richtige ist, besprechen wir in Ruhe.
Häufige Fragen
Kann ich am Behandlungstag mit den neuen Zähnen essen?
Vorsichtig und weich, ja. In den ersten Wochen sollten Sie harte und zähe Speisen meiden, damit die Implantate ungestört einheilen. Sie erhalten von uns eine genaue Anleitung.
Ich habe seit Jahren eine Prothese. Ist mein Knochen noch ausreichend?
Das lässt sich nur am 3D-Röntgenbild beurteilen. Häufig reicht der Knochen an bestimmten Stellen des Kiefers noch aus, sodass Implantate dort gezielt platziert werden können. Wenn nicht, besprechen wir mit Ihnen den Knochenaufbau oder eine Alternative.
Was ist die Alternative, wenn das Konzept bei mir nicht möglich ist?
Zum Beispiel eine klassische Implantation mit Einheilphase und einer Übergangsprothese, oder eine Vollprothese, die durch zwei bis vier Implantate deutlich besser hält. Beides ist bewährt, und wir erklären Ihnen die Unterschiede.